Abenteuer auf dem Acker

Klaus Boche (l.) und Mario Bogen. Quelle: Gudrun Ott
Klaus Boche (l.) und Mario Bogen. Quelle: Gudrun Ott

Schon von der Straße her sah man sie, die alten Trecker, wie sie die Wiese pflügten. Seit an Seit zogen Fendt, Belarus, Lanz Bulldog Famulus, Ifa-Pionier, der rumänische Utos und der argentinische Lanz Bulldog Pampa die Herbstfurche auf einer mehr als sieben Hektar großen Fläche. Die Agrargenossenschaft Jänickendorf stellte die Wiese den Urstromtaler Schlepperfreunden zur Verfügung.

Das Nachtpflügen, ja das sei Kult, schwärmten Sven Garscha von den Mahlower Treckerfreunden und die Schlepperkameraden aus Gottow. Der Nachmittag begann mit Kaffee und frischem Kuchen aus dem Holzbackofen von Mario Bogen. Er hat nicht nur Hof und Wiese zur Verfügung gestellt, er war es auch, der gemeinsam mit seinem Freund Klaus Boche die Idee zum Nachtpflügen hatte. Boche fuhr seinen Ifa-Pionier schon als Kind. „Wenn Vater zum Mittagessen ging, bin ich schnell aufgestiegen. Das reinste Vergnügen für einen Heranwachsenden.“

Mario Bogen startete seinen Lanz Bulldog Famulus, sah in die Runde der vielen angereisten Treckerfreunde und sagte stolz: „Manch einer kauft sich einen Porsche, wir haben unsere Trecker.“ Das jüngste Vereinsmitglied ist Laura Hügelow mit elf Jahren. Bis sie selbst am Schleppersteuer sitzen darf, muss sie sich aber erst noch fünf Jahre in Geduld üben. Treckerfreunde, die der erfahreneren Generation zugerechnet werden, sind der 79 Jahre alte Erich Piesker, der fünf Jahre jüngere Horst Wenigk, der 66-jährige Helmut Hansche und Willi Bader (82).

Die längste Anreise fürs nächtliche Pflügen hatte Manfred Berlin aus Brück. Sein Lanz Bulldog bestand einst aus dreieinhalb Tonnen Schrott. Zu den Zaungästen des Nachtpflügens gehörten der Berliner Bernd Biemer und Andrea Bulicke aus dem Nachbarort. Die junge Frau verbindet eine schöne Erinnerung mit den Schleppern: Sie hat vor zwei Monaten geheiratet und schwärmt: „Ich habe tolle Hochzeitsfotos. Mario ist dafür extra mit seinem historischen Trecker gekommen.“

Von Gudrun Ott